CDU Fraktion Enzkreis

Die CDU Fraktion im Kreistag des Enzkreises

25.02.2016

An den Wünschen der Kunden orientieren

Kreisräte hatten heute Termin beim VVS in Stuttgart – Informationsrunde mit den Geschäftsführern - Mit dem KVV schon weiter

Stuttgart/Enzkreis. Wie mehr Menschen zum Umsteigen auf Bahn und Bus bewegt werden können, war Schwerpunkt eines von der CDU-Fraktion im Kreistag des Enzkreises initiierten Gesprächs  am Donnerstag mit den beiden Geschäftsführern des Verkehrs- und Tarifverbundes Stuttgart (VVS), Thomas Hachenberger und Horst Stammler, in der VVS-Zentrale am Stuttgarter Rotebühlplatz. Der VVS meldet immer neue Rekorde an Fahrgastzahlen und gilt darin bundesweit als Vorzeige-Verbund.

An dem Gespräch nahmen für die CDU-Fraktion teil deren Vorsitzender Günter Bächle (Mühlacker), die Bürgermeister Andreas Felchle (Maulbronn), Michael Seiß (Friolzheim) und Mario Weisbrich (Wimsheim) sowie Christa Pfisterer (Heimsheim), Kurt Ebel (Remchingen), Gerd Philipp (Neuhausen) und Martin Reinhardt (Knittlingen). Da es einen gemeinsamen Antrag von CDU- und SPD-Kreistagsfraktion gibt für eine bessere Verzahnung von Tarifen und Verbindungen zwischen VVS und Verkehrsverbund Pforzheim/Enzkreis (VPE), war auch SPD-Kreisrat Matthias Enz (Wiernsheim) mit von der Partie.

Die zehnköpfige Gesprächsrunde war sich einig darüber, dass die Orientierung am Kunden und dessen Wünschen nach einem leistungsfähigen und reibungslosen öffentlichen Nahverkehr im Vordergrund stehen muss - auch und gerade über Verbundgrenzen hinweg. Verbünde müssen sich am Kunden orientieren. Politische Strukturen und Nahverkehrsströme seien nicht immer identisch, so Bürgermeister Michael Seiß (Friolzheim) in einem Fazit. Dass es durchaus gelungene Beispiele eines Abbaus von Tarifhürden gebe, zeige sich im Westen des Enzkreises, wo der Tarif des Karlsruher Verkehrsverbundes (KVV) das VPE-Gebiet bis Remchingen überlappe. „Wir sind da weiter“, so der Sprecher der CDU-Fraktion im Umwelt- und Verkehrsausschusses, Kurt Ebel aus Remchingen. Das gehe auf die Zeit zurück, als Stammler beim KVV war. Fraktionsvorsitzender Günter Bächle sprach an, dass der VVS-Tarif seit Jahresbeginn bis Nagold und Altensteig gelte und damit im Kreis Calw, der einen eigenen Verbund hat. Er sprach den Wunsch nach weiteren VVS-Tarifpunkten im Heckengäu und in Mühlacker an.

Die VVS-Geschäftsführer betonten, mit den beiden VVS-Tarifpunkten im Enzkreis – Heimsheim und Lehningen – seien die letzten Tariflücken geschlossen worden. Stammler sagte, er verstehe, dass dadurch der Wunsch wachse, den VVS-Tarif auch in weitere Gemeinden vor allem im Heckengäu auszudehnen. Doch dies müsse vor Ort im jeweiligen Landkreis geklärt werden. Der VVS verweigere sich keinen Gesprächen.  Entschärfe der geplante Landestarif das Problem durch Verbundgrenzen, wollte VPE-Aufsichtsrätin Christa Pfisterer (Heimsheim) wissen. Ende 2018 solle der Landestarif eingeführt werden, allerdings zunächst nur für Einzelfahrscheine, so Stammler. Dann sei im Preis die Anschluss-Mobilität eingeschlossen: Wer ein Bahnticket habe, könne dann auch zum Beispiel in Stuttgart die S-Bahn nehmen, um den Fernsehturm zu erreichen, ohne nochmals einen Fahrschein lösen zu müssen. Der Landestarif sei, so Stammler und Hachenberger,  ein Dachtarif über den Tarifen des 22 Verbünde, die bestehen blieben. Wann es einen Landestarif auch für Wochen-, Monats- und Jahreskarten gibt, sei völlig offen – damit seien die Pendler zumindest zunächst außen vor. Auch 2018 laufe die Förderung der Verbünde durchs Land aus. Man müsse abwarten, wie die Vorgaben des Landes dann aussehen, so Stammler, das schon jetzt von den Verbünden die Kooperationsbereitschaft einfordere.

Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs: die Anbindung der neuen Gewerbegebiete im Heckengäu an den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Die Heckengäu-Vertreter Christa Pfisterer, Mario Weisbrich, Matthias Enz und Seiß warben für eine verbesserte Anbindung ihrer Siedlungs- und Gewerbeschwerpunkte und für eine Relation zwischen Weissach über Heimsheim nach Renningen zum S-Bahnhaltepunkt. Firmen wie Porsche und Bertrand wollten ein ÖPNV-Angebot, das ihren Bedürfnissen entspricht. Hachenberger sagte, die Gespräche zwischen VVS und VPE liefen, um „von beiden Seiten her die Verbesserungen aufeinander abzustimmen und die Details passgenau zu haben“.

Noch in einem weiteren Punkt seien Gespräche zwischen VPE und VVS sowie dem Enzkreis, dem Kreis Ludwigsburg und den Städten Vaihingen und Mühlacker vereinbart: Die bessere Busanbindung von Vaihingen an das Krankenhaus Mühlacker als Folge   der Schrumpfung des Vaihinger Hospitals zu einer Tagesklinik. „Der Kreis Ludwigsburg als einer unserer Gesellschafter hat uns gebeten, tätig zu werden“, so Hachenberger. Das werde auch Geld kosten.

Für Bürgermeister Felchle steht fest: Der Enzkreis muss für den Ausbau des ÖPNV mehr Geld in die Hand nehmen. Das Busangebot müsse auch im ländlichen Raum attraktiv sein. Wichtig sei, dass „die Verbindungen so getaktet sind, dass die Leute wissen, wann der Bus fährt, ohne in den Fahrplan schauen zu müssen“. Für Kreisrat Bächle ist der Ausbau des ÖPNV auch ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz, dem sich der Enzkreis doch sonst zurecht verschrieben habe.