Die Kreistagsfraktionen der FDP und CDU kritisieren die zentrale Vergabe von Terminen für die Corona-Impfungen in den Kreisimpfzentren über die Telefonnummer 116 117. „Eine Terminvergabe über das Gesundheitsamt oder die Landratsämter halten wir zumindest im Falle der Kreisimpfzentren für deutlich sinnvoller als die zentrale Vergabe über eine überlastete zentrale Hotline“, so die Fraktionsvorsitzenden Prof. Dr. Erik Schweickert (FDP) und Günter Bächle (CDU)

Ziel müsse sein, dass alle Berechtigten im Enzkreis schnell und einfach Termine für die Corona-Impfung in der Region erhalten. Man unterstützt deshalb das Landratsamt, welches grundsätzlich signalisiert hatte, die Terminvergabe zu übernehmen und wolle auch entsprechend auf die Landesregierung einwirken.
Die beiden Fraktionen gehen weiter davon aus, dass personelle Engpässe gegebenenfalls mit Hilfe von Ehrenamtlichen ausgeglichen werden könnten. „Während der Flüchtlingskrise 2015 hat man viel dafür getan, Ehrenamtliche zu aktivieren, indem beispielsweise Versicherungskosten übernommen wurden und haftungsrechtliche Fragen unbürokratisch gelöst wurden. Diesen Weg könnte man auch in der jetzigen Situation gehen“, so CDU-Kreisrat und Sprengelvorsitzender Michael Schmidt. So gebe es bereits viele Unterstützungsangebote aus der Bürgerschaft, die den derzeit Impfberechtigten Hilfe bei der Terminvereinbarung anböten.
In Ergänzung zu den Impfzentren fordert Erik Schweickert außerdem einen stärkeren Einsatz mobiler Impfteams. „Viele der über 80-jährigen sind nicht mehr mobil. Besonders Mitbürgern im betreuten Wohnen sollte es ebenfalls möglich gemacht werden, dass die Impfung schnellstmöglich zu Ihnen kommt und nicht anders herum“, so der Liberale. Nicht jeder habe die Möglichkeit sich von Verwandten und Betreuern zum Impfzentrum fahren zu lassen.
Die Kritik der Fraktionen gründet sich vor allem darauf, dass schon bei den Terminvergaben für die zentralen Impfzentren des Landes immer wieder Schwierigkeiten aufgetreten seien. So habe man Informationen erhalten, dass bei der Online-Plattform nur maximal vier Termine gemacht werden könnten, bevor das Anfragelimit erreicht werde. Zudem könnten dort nur Termine für jeweils eine der zwei notwendigen Impfungen gemacht werden, wobei es zwingend notwendig sei beim ersten Impftermin auch schon einen Termin für die zweite Impfdosis zu haben, um überhaupt die erste Dosis zu erhalten. „Nach allem was man bisher hören kann, herrscht Chaos. Überlastete Telefonleitungen, benutzerunfreundliche Onlineplattformen: So gefährdet man einen reibungslosen Ablauf der Impfkampagne und schürt Unmut und Unverständnis bei den vielen Impfwilligen und Ehrenamtlichen“, macht Günter Bächle noch einmal deutlich. Selbiges Chaos drohe nun auch bei den Terminvergaben für die Kreisimpfzentren. Es gebe einen riesigen Bedarf nach einer schnellstmöglichen Impfung, dem man nun nachkommen müsse. Der jetzige Weg sei jedoch offensichtlich der Falsche.

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