Zusätzlicher Rettungswagen seit kurzem in Lienzingen stationiert – Betrieben vom Malteser-Hilfsdienst

Mühlacker-Lienzingen. Durch einen zusätzlichen Rettungswagen (RTW), der jetzt in Lienzingen bei der Feuerwehr an der Schelmenwaldstraße stationiert ist, werden die Hilfsfristen im nordöstlichen Teil des Enzkreises erheblich verbessert, betonte Landrat Bastian Rosenau in einem Antwortschreiben an den Vorsitzenden der CDU-Kreistagsfraktion, Günter Bächle (Mühlacker), der den neuen Standort und die Rettungswache Lienzingen ausdrücklich begrüßte.

Die Entscheidung über die Stationierung eines Rettungswagens in Mühlacker-Lienzingen wurde, so der Landrat, in dem hierfür zuständigen Bereichsausschuss für den Rettungsdienstbereich Pforzheim-Enzkreis getroffen. Dort seien neben den Kosten- und Leistungsträgern des Rettungsdienstes als Entscheidungsgremium auch Vertreter der Stadt Pforzheim und des Landratsamtes beratend vertreten.

Grundlage für die Entscheidung war demnach ein Gutachten, in dem der Standort und die erforderlichen Zeiten der täglichen Besetzung ermittelt wurden. Eine zeitliche Befristung für den Standort sei nicht vorgesehen. Das Einsatzgebiet sei primär der nordöstliche Teil des Rettungsdienstbereiches. Durch den zusätzlichen Standort in Lienzingen könnten - im Vergleich zum Standort Enzkreis-Kliniken Mühlacker - alle Gemeinden im nordöstlichen Rettungsdienstbereich schneller erreicht und somit die Hilfsfristen erheblich verbessert werden.

Des Weiteren ergebe sich dadurch eine Verbesserung der Verfügbarkeit des Rettungswagens am Standort Enzkreis-Kliniken Mühlacker. Insofern trage der zusätzliche Standort zu einer Entlastung, einer besseren Rettungsmittelabdeckung und damit auch einer Verbesserung bei den Hilfsfristen im gesamten Rettungsdienstbereich Pforzheim-Enzkreis bei, betonte Rosenau laut Mitteilung der CDU-Kreistagsfraktion.

Der neu eingerichtete RTW-Standort, welcher durch den Malteser Hilfsdienst betrieben wird, könnte dadurch gesichert werden, dass dem Betreiber dauerhaft und langfristig eine geeignete Unterkunft zur Verfügung steht, so der Landrat. Diese könne beispielsweise durch die Bereitstellung einer kommunalen Liegenschaft erfolgen auf welcher, sofern nicht bereits vorhanden, der Betreiber entsprechende Betriebsgebäude nach den einschlägig hierfür geltenden Richtlinien errichten könne. Kreisrat Bächle ergänzte, die Stadtverwaltung sei zurzeit dabei, ein geeignetes Gelände in Lienzingen zu finden, wobei sie vom Gemeinderat unterstützt werde.

Die Hilfsfristen sind ein Dauerthema im Enzkreis. Sie lagen für das Jahr 2017 im gesamten Rettungsdienstbereich (RDB) Pforzheim/ Enzkreis bei 93,28 Prozent bei Rettungstransportwagen (RTW) und 90,87 Prozent beim Notarzt (NA), hatte 2018 Erster Landesbeamter Wolfgang Herz dem Vorsitzenden der CDU-Kreistagsfraktion mitgeteilt. Dadurch habe die doppelte Hilfsfrist von 95 Prozent nicht erreicht werden können. Bächle verwies seinerzeit darauf, dass sich die Prozentsätze seit 2011 verschlechtert hätten.

Als direkte Folge wurden nach den damaligen Angaben von Herz zum 1. Januar 2018 ein RTW in der Stadt Pforzheim auf 24 Stunden Vorhaltezeit erweitert, um eine weitere Entlastung der im Enzkreis liegenden Rettungswachen zu erreichen sowie ein zusätzlicher RTW tagsüber im Bereich Königsbach-Stein/Remchingen und ein Notarztfahrzeug tagsüber im Raum Wurmberg/Wimsheim eingerichtet. Zur weiteren Ausbaustrategie gehöre nun auch der Standort Lienzingen, den es seit wenigen Monaten gebe.

Info:
Höchstens zehn Minuten nach dem Hilferuf eines verunglückten Patienten sollte ein Notarzt an Ort und Stelle sein, um medizinische Hilfe zu leisten. In Ausnahmefällen lässt das Rettungsdienstgesetz auch eine Alarmierungszeit von 15 Minuten zu. Spätestens dann aber muss ärztlich versorgt werden.

« Kommunalpolitik pragmatisch und parteiübergreifend Regional-CDU: Hände weg vom Straßenbautopf des Landes »