Enzkreis. Kann On-Demand-Verkehr der Zubringer aus größeren Wohngebieten an Hauptlinien des Busnetzes im Enzkreis werden? Diese Frage im Rahmen des neuen Nahverkehrsplanes für Pforzheim und den Enzkreis zu prüfen, war Anliegen des Vorsitzenden der CDU-Kreistagsfraktion, Günter Bächle. Auf seine Eingabe hat jetzt Landrat Bastian Rosenau geantwortet.

Enzkreis. Kann On-Demand-Verkehr der Zubringer aus größeren Wohngebieten an Hauptlinien des Busnetzes im Enzkreis werden? Diese Frage im Rahmen des neuen Nahverkehrsplanes für Pforzheim und den Enzkreis zu prüfen, war Anliegen des Vorsitzenden der CDU-Kreistagsfraktion, Günter Bächle. Auf seine Eingabe hat jetzt Landrat Bastian Rosenau geantwortet.

Es gebe im Grund zwei unterschiedliche Systeme, so der Landrat in seinem Schreiben an Bächle. Zum einen das AST (Anruf-Sammel-Taxi), zum anderen der On-Demand-Verkehr in der Fläche. Das Anrufsammeltaxi habe einen festen Fahrplan und gelegentliche Zielfahrten bis zur Haustür. Meist würden hier Taxi-Unternehmen eingesetzt. Rosenau: „Die Fahrten werden nur auf Anfrage durchgeführt und mit einem pauschalen Satz dem Unternehmen erstattet. Bei neu einzurichtenden AST-Verkehren wäre auch eine Digitalisierung möglich, also die Bestellung per App.“

On-Demand hingegen meine Shuttles auf Abruf, fahrplanlos im Flächenbetrieb, also von "Tür zu Tür". Allerdings seien On-Demand-Verkehre im ländlicheren Raum voraussichtlich nicht wirtschaftlich zu betreiben. „Je kleiner das Bediengebiet ist, desto unwirtschaftlicher der Betrieb.“ Gerade Ridepooling - mehrere Fahrgäste gleichzeitig mit gebündelten Fahrzielen - erhöhe die Wirtschaftlichkeit, sei aber bei zu geringem Fahrgastpotenzial nicht erreichbar.

Führende Unternehmen gehen laut Landrat bei On-Demand-Flächenbetrieben von einem deutlich größeren Bediengebiet von mindestens 20 Quadratkilometer aus und würden erst von dieser Schwelle an überhaupt Potenzial und Bedarf sehen, zitiert die CDU-Kreistagsfraktion in einer Pressemitteilung aus der Antwort von Rosenau.

Daher könne Bächles Frage zur Eignung von Wohngebieten ganz allgemein wie folgt beantwortet werden: „Das kommt darauf an“. Derzeit seien diese On-Demand-Systeme noch in der Erprobung. Für den Testbetrieb im vollautomatisierten On-Demand-Dienst sei ein Ortsteil, wie zum Beispiel Singen, sehr geeignet. Die Gründe: kein tagesdurchgängiger Busverkehr und Vereinfachung der Anbindung an den Bahnhof. Für AST und On-Demand-Dienste mit Fahrpersonal wären aber auch hier deutlich größere Bediengebiete erforderlich, um einen ökologisch und ökonomisch sinnvollen Betrieb zu erreichen.

Eine ausschließliche Anbindung einzelner Wohngebiete an relativ nah erreichbare Buslinien, wie zum Beispiel Gaiern-Neuwiesen in Lienzingen, würde nicht den gewünschten ökologischen Effekt bringen. Bei zu kurzen Anbindungen würden lange Leerfahrten - also für den Weg zum Fahrgast - für recht kurze Fahrtwege entstehen. Der Landrat: „Aber um solche und andere Fragen klären zu können, hoffen wir auf einen Förderzuschlag unseres Projektes in Singen.“

Der Mühlacker Kreisrat Günter Bächle hatte, unabhängig von dem Projekt in Singen, auch die Erschließung größerer Wohngebiete für On Demand in die Diskussion gebracht: Ob das System sich eignet, Wohngebiete zu erschließen wie etwa Gaiern-Neuwiesen in Lienzingen? „Die Busbuchten sind da, sie mit dem normalen Bus anzufahren, lohnt sich nicht, aber könnte ein System Bus auf Anruf als Zubringer zum Beispiel zur Buslinie Mühlacker-Knittlingen oder -Flehingen eine Alternative sein?“ Er sieht dies unabhängig von dem Test in Singen und auch eher mittelfristig. Denkbar sei auch der Weiler Sengach.

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