CDU-Fraktion im Kreistag des Enzkreises will beide Themen pushen und beklagt Stillstand


Enzkreis/Pforzheim. „Zwei Anträge, zwei Themen, zwei Beschlüsse – das Ergebnis heißt derzeit zwei Mal Stillstand“, so der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Kreistag des Enzkreises, Günter Bächle (Mühlacker). Die Christdemokraten meldeten sich zum Auftakt der kreispolitischen Arbeit nach den Weihnachtsferien zu Wort und wollen vom Landrat wissen, wie es um den Auftrag für eine Machbarkeitsstudie für eine Stadtbahn vom Kreis Karlsruhe über den westlichen Enzkreis durch die Stadt Pforzheim und das Heckengäu bis in den Kreis Böblingen bestellt ist. Sowohl der Kreistag als auch der Gemeinderat von Pforzheim hätten den entsprechenden CDU-Anträgen zugestimmt, erinnerte Bächle. Was jetzt trotz Verzögerungen durch Corona notwendig sei, „ist ein klarer Zeitplan, wie die Entscheidungen umgesetzt werden“.

Bei der Stadtbahn müsse nun ein gutes Ingenieurbüro beauftragt werden. „Bei der Auswahl dieses Büros sollten wir als Kreisräte und Stadträte beteiligt werden“, forderte Kreisrat Michael Sengle (Keltern). Zudem schlägt er für die Christdemokraten vor, eine fraktionsübergreifende Arbeitsgruppe zu bilden, um die Transparenz bei der Erstellung der Machbarkeits- und Wirtschaftlichkeitsstudie zu gewährleisten. „Denn es geht hier um eine Jahrhundertchance und die können wir nur umsetzen, wenn wir uns mehrheitlich politisch einig sind.“ Diese Chancen dürften sich Enzkreis und Pforzheim nicht entgehen lassen, unterstützt Dr. Marinna Engeser als Vorsitzende der CDU-Gemeinderatsfraktion Pforzheim diese Position.

Das gelte, so Fraktionsvorsitzender Günter Bächle und der Sprecher der Union im Kreistagsausschuss für Umwelt und Verkehr, Kurt Ebel (Remchingen) auch für die Überlegungen zur Reaktivierung der Zabergäubahn zwischen Lauffen am Neckar und Leonbronn im Kreis Heilbronn. Hier stehe Bächle mit der CDU-Fraktion im Kreistag von Karlsruhe, besonders deren Oberderdinger Mitglied, Bürgermeister Thomas Nowitzki, in Verbindung, um sich gegenseitig zu unterstützen. Die Karlsruher CDU-Kreistagsfraktion habe durchgesetzt, dass nach einem positiven Entscheid über die Reaktivierung der Zabergäubahn in einer Machbarkeitsstudie vom Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) eine Anbindung nach Westen über Sternenfels, Kürnbach, Oberderdingen, Knittlingen nach Bretten untersucht werde. Der Enzkreis beteilige sich an einer solchen Untersuchung.

Eine weitere Zukunftsaufgabe sieht die CDU im Kreistag des Enzkreises im Wasserstoff. „Das Thema wird bei uns völlig verschlafen oder nicht ernst genommen“, beklagte Michael Sengle. Der Enzkreis müsse sich sehr bald auf dieses Thema einlassen und sich intensiv damit beschäftigen, nachdem der Kreistag einem entsprechenden CDU-Antrag zugestimmt habe, betonte Sengle, der die Fraktion auch im neuen Beirat der Klimaschutz- und Energieagentur Enzkreis Pforzheim (keep) vertritt. Jetzt habe sich auch die Heizungsbranche gemeldet und fordere Zugang zu Wasserstoff. Zehn bis zwanzig Prozent im Heizsystem würden eine wesentlichere CO2-Reduktion bringen als mit Fahrzeugen. Viele Menschen könnten sich nicht vorstellen, Ackerland als Photovoltaikanlagen-Areal zu nutzen, es sei denn in Kombination mit Landwirtschaft. Aber das hat nach Sengles Meinung Zukunft, nicht nur PV zum Beispiel entlang von Autobahnen. Siemens Energy sehe in Wasserstoff einen Milliardenmarkt. Die Solarbranche werde bis 2050 stärker wachsen als die Windkraft. Auch im Enzkreis sollte seiner Meinung nach die staatlichen Förderprograme für den Wasserstoffausbau genutzt werden.

« Eigenes mobiles Impfteam für Enzkreis und Pforzheim kommt FDP und CDU: „Terminvergaben für KREIS-Impfzentren gehören in die Hände des KREISES“ »