„Wenn wir den VPE bereits öffentlich zu Grabe tragen, haben wir ganz schlechte Karten für Verhandlungen mit Karlsruhe und Stuttgart,“ unterstreicht der Bundestagsabgeordnete, der seit 2002 den Wahlkreis in Berlin vertritt

Die Forderung nach dem Ende des Verkehrsverbund Pforzheim-Enzkreis (VPE) schlägt erste politische Wellen. Bei der CDU im Kreis stößt die Initiative der Pforzheimer Gemeinderatsfraktionen aus FDP und Grüner Liste auf Unverständnis.
„Die aktuellen Entwicklungen rund um den Nahverkehrsplan und die Forderung nach Abschaffung des VPE sind nur zu bedauern,“ erklärt der Kreisvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Gunther Krichbaum in einer Pressemitteilung. „Wir setzen uns seit jeher für ein starkes Oberzentrum Pforzheim ein. Doch die Forderung der FDP und Grünen Liste unterminiert diese Vorstellung,“ kritisiert Krichbaum und führt aus: „Es ist wichtig den Nachbarn aus Karlsruhe und Stuttgart auf Augenhöhe zu begegnen.“ Dieses Bestreben sieht der Christdemokrat in Gefahr. Seine Befürchtung: Pforzheim könnte zwischen den beiden umliegenden Oberzentren Karlsruhe und Stuttgart aufgerieben werden. Ein Aufgehen des Verkehrsverbunds in seinen Mitbewerbern sei unter diesen Umständen schlicht der falsche Weg. „Wenn wir den VPE bereits öffentlich zu Grabe tragen, haben wir ganz schlechte Karten für Verhandlungen mit Karlsruhe und Stuttgart,“ unterstreicht der Bundestagsabgeordnete, der seit 2002 den Wahlkreis in Berlin vertritt.
Doch nicht nur die Rolle Pforzheims als Oberzentrum sieht der CDU-Kreisvorsitzende in Gefahr und verweist auf die lokale Wirtschaft: „Die Konsequenzen des Vorschlags gehen vor allem auch zu Lasten der mittelständischen Busunternehmer in der Region.“ Diese müssten im Wettstreit um die Vergabe der Buslinien im neun Verfahren fürchten, den Kürzeren zu ziehen. Wer den Preis zahle, ist für den CDU-Mann klar: „Am Ende sind es die Bürger, die Städte und Gemeinden sowie die heimische Wirtschaft.“

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