CDU-Kreisräte in TeleGis und Komm-In – Besuch in Sternenfels und Gespräch mit Bürgermeisterin Antonia Walch

Sternenfels. Das baden-württembergische Verkehrsministerium setzt sich wohl stark für eine Reaktivierung der Zabergäubahn ein, sagte der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Kreistag, Günter Bächle bei einem Besuch mit Kollegen in Sternenfels. Bei dem Treffen im Saal Kraichgau des Komm In sagte Bürgermeisterin Antonia Walch, ihre Kommune hoffe auf eine Stichstrecke nach Sternenfels, zumal das Nahverkehrsangebot in Richtung Bretten derzeit nicht ausreiche.

Dies war eines der Themen des Gesprächs der Bürgermeisterin mit den CDU-Kreisräten. Der Mühlacker Kreisrat Günter Bächle hatte sich vor dem Besuchstermin bei der Kreisverwaltung nach dem aktuellen Stand in puncto Zabergäubahn erkundigt. Das federführende Landratsamt Heilbronn warte derzeit auf die Veröffentlichung der neuen Richtlinien zur Standardisierten Bewertung. Diese solle dann sehr schnell erstellt werden. Allerdings gebe es auch noch Fragen zur Infrastruktur, zum Beispiel die Erneuerung des Stellwerks Lauffen, die noch zu klären seien. Zudem sei unklar, ob die DB-Netze als Eigentümerin das Projekt umsetzt oder doch die Albtalverkehrsgesellschaft (AVG).

„Wenn man davon ausgeht, dass der Kosten-Nutzen-Faktor von 1,0 erreicht wird und auch die sonstigen offenen Fragen geklärt sind, dann gehen Experten beim Landkreis von einem Zeitraum von sieben bis acht Jahren für eine mögliche Umsetzung aus“, so Bächle. Das erscheine dem Fachamt des Pforzheimer Landratsamtes aber eine optimistische Prognose zu sein. Die Machbarkeit der Reaktivierung der 1995 stillgelegten, rund 20 Kilometer langen Strecke von Lauffen am Neckar nach Leonbronn sowie eine eventuelle Fortsetzung nach Bretten, Knittlingen, mit einer Stichstrecke nach Sternenfels, soll auch unter Beteiligung des Enzkreises untersucht werden. Der Sprecher der Fraktion im Umwelt- und Verkehrsausschuss des Kreistages, Kurt Ebel (Remchingen), sagte, der geplante Enzkreis-Bus-Takt solle den Nahverkehr stärken, was sicherlich auch Sternenfels zugutekommen werde. Die Ortsteile Diefenbach und Sternenfels werde nur mit der Buslinie 702 an Mühlacker als ihr Mittelzentrum angebunden.

Auf Interesse besonders bei jenen Kreisräten, die erstmals in der Einrichtung waren, stieß das 1997 geschaffene Komm-in-Dienstleistungszentrum, quasi eine Sternenfelser Erfindung, an dem neben der Kommune auch der Enzkreis und die Sparkasse beteiligt sind, die sich das Defizit dritteln. Das TeleGIS und das KOMM-In stellten einen nicht unwesentlichen Teil der Infrastruktur für die Gemeinde dar, so die Bürgermeisterin. Angebot und Nutzungen seien ausgebaut, Netzwerke verstärkt worden, neue Firmen könnten sich günstig einmieten. Ende 2022 laufe die Vereinbarung mit Landkreis und Sparkasse aus, so die Verwaltungschefin auf Nachfrage. „Wir werden eine weitere fünfjährige Förderperiode unterstützen“, betonte der Fraktionssprecher. Sternenfels habe ein Alleinstellungsmerkmal, denn die 2800 Einwohner zählende Gemeinde sei die Einzige, die im Enzkreis in die Raumordnungskategorie Ländlicher Raum falle.

„Wir müssen Sternenfels noch attraktiver machen, Angebote für junge Familien schaffen und somit einem weiteren Verlust von Einwohnern entgegenwirken“, sagte die Bürgermeisterin mit viel Empathie, wie es in einer Pressemitteilung der Fraktion heißt. Leider sei es schwierig, geplante kleinere, auch innerörtliche Wohngebiete umzusetzen. Die CDU-Kreis- und Regionalräte sagten, die Gemeinde liege in einem einzigartigen und schützenswerten Naturraum, der ein Pluspunkt der Kommune sei, sie müsse aber auch Entwicklungsmöglichkeiten haben. Gegen Ende des Besuchs an diesem Sonnentag mit blauem Himmel, schwärmte der Birkenfelder Kreisrat Hartmut Ochner, auf dessen täglichem Weg der Stromberg-Ort nicht gerade liegt: „Wunderschön ist es hier, ich komme wieder.“ Da ging aber trotzdem nicht unter die Kritik am neuen Haushaltsrecht des Landes für Kommunen (Doppik): 780.000 Euro Abschreibungen, die nach der Doppik jährlich erwirtschaftet werden müssen, und dies bei einem Etat von rund acht Millionen Euro, wird von Sternenfels verlangt. Der Fraktionsvorsitzende stimmte der Verwaltungschefin zu und ergänzte, das Land selbst scheue sich, die Doppik bei sich anzuwenden. „Das macht dies alles nicht glaubwürdig.“

Mit zum Termin in Sternenfels kam auch der neue CDU-Kreisgeschäftsführer Patrick Sommer.

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