Auslöser war ein Antrag der CDU-Kreistagsfraktion zu bezahlbarem Wohnraum


ENZKREIS. Auf Einladung von Landrat Bastian Rosenau waren zahlreiche Bürgermeister, Mitglieder des Kreistags, Vertreter der Wohnungsbaugesellschaften und Architekten – insgesamt über 60 Personen – ins Landratsamtes gekommen, um zu diskutieren, wie modernes und bezahlbares Wohnen in der Region gelingen kann. Auslöser war ein Antrag der CDU-Kreistagsfraktion zu bezahlbarem Wohnraum.

„Die Situation auf dem Wohnungsmarkt ist im Enzkreis – ebenso wie in vielen anderen prosperierenden Räumen in Baden-Württemberg – angespannt. Das treibt die Preise in die Höhe“, umriss Rosenau zu Beginn der Veranstaltung die Problematik. Insbesondere Bezieher von Sozialleistungen, Haushalte mit geringem Einkommen, aber auch zunehmend Normalverdiener hätten Probleme, bezahlbaren Wohnraum zu finden. „Dieses Thema treibt natürlich auch Bürgermeister und Kreisräte um; deshalb haben wir für die vielen beteiligten Akteure eine Plattform für Vernetzung und Austausch geschaffen“, verdeutlichte der Erste Landesbeamte und Infrastruktur-Dezernent des Enzkreises, Wolfgang Herz, Sinn und Zweck der Veranstaltung.

In der vom Institut für Stadt- und Regionalentwicklung an der Hochschule Nürtingen-Geislingen unter Leitung von Prof. Dr. Alfred Ruther-Melis moderierten Veranstaltung machten sich die Experten in insgesamt fünf Arbeitsgruppen Gedanken zu ganz unterschiedlichen Aspekten des Themas „bezahlbarer Wohnraum“, beispielsweise wie sich durch kommunales Flächenmanagement Potenziale bei der Innenentwicklung von Gemeinden aktivieren lassen. Speziell bei der Revitalisierung von Ortskernen könne die Gemeinde die Entwicklung durch Grunderwerb steuern. Dabei müsse jedoch auch die Bevölkerung mitgenommen werden, um die Akzeptanz der Veränderungen im Ortskern zu erhöhen. Innenentwicklung lohnt sich, so das Fazit Auch zum Aspekt „Preisgünstiges Bauen“ klebten zahlreiche Kärtchen an den Pinnwänden: Die Ideen reichten hier von der Förderung von Ausbauten oder der Aktivierung von Einliegerwohnungen über die Auslobung von Umzugsprämien und genossenschaftliches Bauen bis hin zur Nachverdichtung im Wohnungsbestand.

Für ältere, behinderte Menschen oder auch finanzschwache Haushalte machten die Workshop-Teilnehmer einen hohen Bedarf an kleineren, möglichst barrierefreien Wohnungen mit nahe gelegener Versorgungs-Infrastruktur aus. Gerade bei älteren Menschen sei es aber mit einer geeigneten Wohnung allein nicht getan, oft sei hier ein echtes „Fall-Management“ und der Einsatz von „Kümmerern“, wie er in manchen Gemeinden schon praktiziert werde, sinnvoll.

Die aktuellen Überlegungen des Landes für einen Kommunalfonds „Bezahlbarer Wohnraum“ erläuterte der Vorsitzende des Landtagsausschusses für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Prof. Dr. Erik Schweickert. Bereits jetzt stünden jährlich 250 Millionen Euro Wohnraumfördermittel zur Verfügung. Der geplante Kommunalfonds wird zusätzliche Möglichkeiten eröffnen, z.B. für den Erwerb von Grundstücken durch die Gemeinden

„Natürlich fangen wir alle nicht bei Null an“, so Herz abschließend. „Doch wie der Austausch heute gezeigt hat, gibt es neben der klassischen Wohnungsbau- oder Städtebauförderung noch zahlreiche andere Möglichkeiten, aktiv zu werden. Auch die Wohnungsbaugesellschaften stehen bereit, sich noch stärker einzubringen.“ Ein innovatives Konzept zur Schaffung modernen und bezahlbaren Wohnraums ist heute bereits in der Neuen Ortsmitte Niefern zu bestaunen, so Carsten von Zepelin, Vorstandsvorsitzender der Baugenossenschaft Arlinger. Für Wohnungsbau mit sozialem Anspruch steht laut Ortsbaumeister Rüdiger Weinbrecht ein Projekt im Birkenfelder Kirchweg. Und auch die geplanten „Hoffnungshäuser“ in Straubenhardt können Beispiel gebend sein. (enz)

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